Führer von San Leo: die Geschichte der Festung von Cagliostro

Führer Es war einmal ein Magier. Nein, ein Scharlatan, der aus dem Orient kam. Ach was, er war Sizilianer. Er verwandelte Metalle in Gold. Ein Alchimist? Ein Betrüger? Oder nur ein skrupelloser Abenteurer mir vielen Namen. Graf von Cagliostro? Oder besser Giuseppe Balsamo?

>Die Burg von San Leo erzählt uns ihre Geschichte, aber es ist eine Erzählung mit zwei Stimmen. Man kann sich die Chronik oder die Legende anhören. Sie sind in der Zelle, in der Giuseppe Balsamo, auch der Graf von Cagliostro genannt, lebendig von der Inquisition beerdigt wurde, miteinander verkettet.

Im Jahr 1795, im August, ist hier Giuseppe Balsamo, genannt Graf Cagliostro, nachdem er, als Christ getauft, aber als Ketzer und Ungläubiger in seinem Irrtum fortfuhr, und trotz der vier Jahre, vier Monate und fünf Tage der Leiden im Gefängnis, kein einziges Zeichen des Bedauerns oder der Bereitschaft mit der hl. Kath. Kirche zu kommunizieren gezeigt hatte, im Alter von 52 Jahren, 2 Monaten und 28 Tagen gestorben”.

So endet mit einer eiskalten Geste das Abenteuer einer der enigmatischsten und dunklen Persönlichkeiten des Jahrhunderts des Lichts. Es endet in der Burg San Leo in den Marken, der antiken Burg von Montefeltro zwischen Urbino und San Marino. In einer kleinen Burg in den Marken, etwa dreißig Kilometer vom Meer entfernt. “Ich werde nicht sterben”, sagte er, “ich kann nicht sterben”, wiederholte er den Gefängniswärtern, als er lebend in die Zelle des “Pozzetto”(Brunnen) eingemauert wurde. Aber wie konnte ein Mann wie Cagliostro, der das ewige Lebenselixier gebraut hatte, sterben?

In der Befürchtung, dass wenn schon nicht die Dämonen, dann zumindest die Wärter ihn befreien hätten können, ließ Papst Pio VI ihn von Castel Sant'Angelo auf die Burg San Leo bringen, da diese in ein Gefängnis der Inquisition umgebaut worden war. Vier Jahre lang wurde Cagliostro systematisch ausgehungert und gefoltert.

Und da der “Hexer” nicht sterben wollte, wurde er, so sagt man, erdrosselt. Ja, Cagliostro, der Betrüger, hatte etwas Beängstigendes. Er war ein Anhänger der bösen Geister, aber auch der Revolution. Nachdem er 1785 in der Bastille eingesperrt war, hatte er nicht nur seine Unschuld beweisen können, sondern auch den Untergang für das 1789 vorausgesagt.

Er wurde wegen der “Angelegenheit der Kette” prozessiert. Dieser Skandal hatte der Französischen Monarchie einen harten Schlag versetzt. Der Magier war angeklagt worden, ein Collier das der Kardinal von Rohan erworben hatte, verschwinden haben zu lassen, um die Gunst Marie Antoinettes auf sich zu ziehen. Er konnte beweisen, dass der Schwindel von einer Komtesse und ihrem Geliebten, und nicht von ihm eingefädelt worden war. Ja, er machte Angst, dieser elegante kleine Mann.

Aus dem Nichts erschien er 1776 in London in Begleitung seiner Frau: “Die schöne Komtesse Serafina”. Sie behauptete im Orient, oder in Malta das Licht der Welt erblickt zu haben und von den Rittern von San Giovanni, den Erben der Tempelritter aufgezogen worden zu sein.

Seitdem hatte sie ganz Europa bereist. Sie ließen sich mit dem fantasiereichen Namen Achara, Marchesa Pelligrini und Graf Cagliostro nennen. Nie Giuseppe Balsamo. Er hat es immer von sich gewiesen jener palermitanische “Galgenvogel” einfachen Ursprungs zu sein. Ein Novize, der dem Kloster von Caltagirone entkommen war. Kein Alchimist, sondern Fälscher und Schwindler sei er.

So behaupteten die Richter und so ging ist er in die Geschichte eingegangen. Und von wegen “Graf”: Zuhälter sei er gewesen, der seine Frau prostituieren ließ. Und von wegen “Komtesse Serafina”: Die Priesterin die gemeinsam mit ihr die Riten Osiris' praktizierte, hieß Lorenza Feliciani und war eine römische Abenteurerin. Balsamo in Person hatte sie wegen Ehebruchs angezeigt, nachdem sie mit einem reichen Pariser geflohen war: Lorenza wurde verhaftet.

Wir befinden uns im Jahr 1790: Die Unterlagen des Gerichtes beschreiben die Identität eines Meister der Betrügereien und eines ketzerischen Freimaurers. Cagliostro wird am 27 Dezember 1789 in Rom verhaftet, wo er hoffte, vom Papst die Anerkennung des Ägyptischen Ritus' seines Freimaurertums zu erhalten.

Nach mehreren Monaten seines Prozesses, am 7 April 1791, erfolgt die Verurteilung: Todesstrafe, die in “lebenslängliche Kerkerstrafe” umgewandelt wird. Nun beginnt der Leidensweg: Zur Abschwörung gezwungen, läuft er barfüßig von Castel Sant'Angelo zur Kirche “Santa Maria sopra Minerva”, in der er auf den Knien um Vergebung bittet. Es ist der 20 Juni, und er wird vom Volk beschimpft. “Eine Gewitternacht” schreibt ein Chronist des “Moniteur”, “Der Zauberer verwechselt den Donnerschlag mit dem Dröhnen der Kanonen”. “Hier bin ich, befreit mich”, schreit er. Die Richter lassen ihn erschrocken nach San Leo versetzen.

Der Mann, den man anbetete, als wäre er ein Heiliger, wird zum Spott der Bevölkerung. Goethe belacht ihn in der komischen Oper: “Der große Kopte”. Aber im Lärm der Beschimpfungen gehen die Noten eines Komponisten, Freimaurer wie er, unter. Die “Zauberflöte” von Mozart wird als Hommage an seine Person betrachtet.

Heute ist das Gefängnis ein Museum. Die Verliese geben die Schritte der Besucher wieder, denen vor der Zelle für einen Moment der Schauder über den Rücken läuft. Die Pilgerfahrt endet neben einer Britsche, die eng wie ein Grabmal ist: “Keine Blumen am Grab des Grafen, keiner weiß, wo es ist, niemand hat ihn je wieder gesehen”.

“Die kirchliche Beerdigung” zitiert die Sterbeurkunde, “wurde ihm verweigert. Sein Körper wurde auf dem Gipfel eines Berges in Richtung Sonnenuntergang beerdigt”. Vom Elend oder durch die Hand seiner Peiniger umgebracht? Die Zeitungen der Epoche schreiben von Mord und der Gefängniskaplan wird plötzlich vom Schlag getroffen. Das Ende seines Lebens, wie auch sein Leben selbst, bleiben vom Geheimnis umgeben. Viele schwören ihn seit diesem 26. August 1796 gesehen zu haben.

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