Die Romagna wird als eine der Nationalen Offenbarungen in Sachen Qualitätsweinherstellung betrachtet. In den letzten Jahren wurde sie mit den “drei Gläsern” durch den Weinführer “Vini d?Italia” des Gambero Rosso (Roter Krebs) ausgezeichnet.
Im Almanach des “Berebene” 2005 (Seite 137) kann man Folgendes lesen: Ihre besten Weine aus Sangiovese konkurrieren mit den besten Rotweinen Italiens. Ein Zuwachs der in den nächsten Jahren bestimmt für authentische Überraschungen sorgen wird.

Die ersten Notizen über den Sangiovese stammen aus dem 17. Jahrhundert; man erzählt, er sei während eines Mahls im Kloster der Kapuzinerbrüder von Santarcangelo di Romagna, in Gegenwart des Papstes Leo XII und weiterer illustrer Gäste, von den Klosterbrüdern selbst gekeltert und gereicht worden.
Der Wein fand großen Anklang, und man wollte seinen Namen wissen. Ein geistreicher Mönch antwortete, sein Name sei “sanguis di Jovis” = Jupiterblut (Sanjovese). Im Laufe der Jahre wurde dieser Wein, dank der aufmerksamen und intelligenten Hersteller, zum Symbol der Romagna. Auf nationalem Niveau trägt der Sangiovese zur Herstellung berühmter Weine wie dem “Brunello di Montalcino”, verschiedener “Chiantiweine”, dem “Forgiano Rosso”, dem &ldquO;Rosso Conero” und vieler weiterer Weine bei.
Der Sangiovese hat in den letzten Jahren einen sichtbaren und konstanten qualitativen Hochkurs erfahren, der durchaus einem Vergleich mit den berühmten, oben genannten Sangioveser-Weinen standhält. Man sagt, dass der Sangiovese der Romagna dem Charakter der romagnolischen Bevölkerung entspräche: frank, überschwänglich, rein, robust und gastfreundlich, äußerlich rau und innerlich ehrlich und delikat .
Der Sangiovese wird in der Romagna in folgenden Denominationen hergestellt:
- "Sangiovese del Rubicone" I.G.T.
- "Sangiovese di Forlì" I.G.T.
- "Sangiovese di Romagna" D.O.C. Novello ( kontrollierte Ursprungsbezeichnung)
- "Sangiovese di Romagna" D.O.C.
- "Sangiovese di Romagna" D.O.C. Superiore Riserve
Diese Wein hat die typisch rubinrote Farbe, mit einer Blume von Veilchen und roten Früchten. Der Geschmack ist trocken, harmonisch und leicht tanninisch mit einem angenehmen, leicht bitteren Nachgeschmack. Ein hervorragender Wein, der zu hausgemachtem Ragout, gebratenem und gegrilltem Fleisch, einschließlich Hammelfleisch, Lammkeule, Wild und Schmorbraten passt.

Von der Rebsorte “bombino bianco” (kleine weiße Melone) zur “bacca bianca” (weiße Beere). Vor allem überrascht der Name dieses Weines: Er stammt von der Tatsache, dass die Bauern einst dank der großen Widerstandskraft dieser Reben trotz aller klimatischen Umstände ihre Schulden bezahlen konnten, die sich im Laufe des Jahres gebildet hatten. Es war allgemein üblich einen mündlichen Vertrag auszuhandeln, den man “Pagadett” nannte.
In der Romagna wird dieser Wein auf den Hügeln, vor allem denen von Cesena und Forlì in limitierter Menge hergestellt, um so einen erhöhten Alkoholgehalt und körperreiche Struktur zu erzielen. Der “Pagadebit” ist strohgelb mit grünen Reflexen. Seine Blume erinnert an Blüten, und seine Struktur lässt sich mit der des “Albaner” vergleichen, der zum Ausgleich des leichten Mandelgeschmacks etwas fruchtigeren Charakter besitzt.
Der “Pagadebit” wird in folgenden Denominationen hergestellt:
- "Pagadebit di Forlì" I.G.T.
- "Pagadebit di Romagna" D.O.C.
- "Pagadebit di Romagna" D.O.C. Zone Bertinoro
- "Pagadebit di Romagna" D.O.C.Frizzante
Hervorragend zu Suppen, Cremesuppen, Nudel- und Reisgerichten auf Fischbasis und den traditionellen “Passatelli”. Mit folgenden Hauptgerichten ist er ein wahrer Genuss: Geflügel, gegrillter Fisch, Frösche, Schnecken und Gemüseomelettes.

Der Trebbianer stammt aus einer weißen Traube, die leichten Wein produziert, der vor der folgenden Weinlese getrunken werden muss. Er hat seinen Ursprung in der etruskischen und römischen Epoche, als die Siedler nach der Urbarmachung und Aufteilung in Güter der romagnolischen Ländereien Weinstöcke pflanzten.
Pier dè Crescenzi schrieb 1305: “es gibt eine neue Rebe, die man “Tribiana” nennt. Sie ist weiß mit kleinen, runden Trauben, die in jungen Jahren wenig Früchte trägt, aber mit wachsendem Alter fruchtbar wird”. Im Laufe der Jahre wurde aus dem antiken Trebbianer eine Rebenfamilie, von denen einige Arten eng miteinander verwandt sind, andere sich nur entfernt ähneln, die in ganz Italien und im Ausland angebaut werden (in einigen Gegenden Frankreichs und Kaliforniens).
Je nach Standplatz und Herstellungsprozess erhält man aus dieser antiken Rebe leichte, strukturreiche Weine mit delikater Blume, die jung und kalt getrunken werden müssen, um in den vollen Genuss ihres jugendlichen Feuers zu kommen. Der Trebbianer besitzt eine mehr oder weniger intensive strohgelbe Farbe; Seine Blume erinnert an einen Hauch von Blüten. Gräsern und Wiesenblumen. Sein Geschmack ist trocken und würzig.
Der romagnolische Trebbianer wird in folgenden Denominationen hergestellt:
- "Trebbianer di Romagna" D.O.C.
- "Trebbianer di Romagna" D.O.C. Sekt
- "Trebbianer di Romagna" D.O.C. Frizzante
- "Trebbianer di Romagna" I.G.T.
- "Trebbianer del Rubicone" I.G.T.
Man genießt ihn am besten zu Salzgebäck, leichten und delikaten Vorspeisen wie Meeressalat. Noch besser kommt er mit der traditionalen “Piadina” mit “squaquerone” ( ein typischer romagnolischer Frischkäse) zur Geltung. Ein guter romagnolischer Trebbianer eignet sich außerdem bestens zu den weichen Frischkäsesorten der Romagna (Raviggiolo, Casatella, usw.)

Der “Cagnina” entstand aus der Rebsorte “Refosco dal Peduncolo Rosso”, aus dem antiken Anbau der “roten Beere”. Er ist ein lieblich-süßer Wein, der sofort nach der Weinlese getrunken werden kann. Seit byzantinischen Zeiten, während deren er aus Dalmatien und Istrien, anlässlich der Kalksteinimportation zur Herstellung der historischen Monumente in Ravenna, importiert wurde.
Erste Aufzeichnungen über diesen charakteristischen Wein, die sich allerdings auf die Reben und den Wein der Friaulen (Barbatello di Terrano d'Istria oder Barbatello di Terrano del Carso, Synonyme für Refosco d'Istria und Refosco del Carso) beziehen, gibt es seit dem XIII Jahrhundert. Der in Forlì und Cesena hergestellte Wein wird als “Cagnina” bezeichnet. Die geschmacklichen Charakteristiken des friaulischen “Refosco del Terrano” und des “Cagnina” ähneln sich, auch wenn landschaftliche Einflüsse und unterschiedliche Herstellungsprozesse die Besonderheiten des Einzelnen charakterisieren: In der Romagna entwickelt sich der warme, vollsaftige Charakter dieser Reben.
Seine Haupteigenschaften sind die violett-rote Farbe, die kurze Schaumbildung und das weinige Bouquet (der charakteristische Geruch nach der Gärung) mit einem Hauch von roten Früchten. Die Reifung erfolgt durch eine schnelle Passage in Fässern; eine Woche nach der Verarbeitung ist der Wein bereits zum Konsum geeignet. Dieser Wein muss sehr jung getrunken werden. Seine Haltbarkeit ist auf ein Jahr nach der Herstellung begrenzt.
Der “Cagnina” wird in einer einzigen Denomination hergestellt.
- Cagnina di Romagna D.O.C.
Er wird bei Tisch ( bei 10-12 °C) traditionsgemäß, wie auch der “Saba” (Traubenmost), mit hausgemachtem Napfkuchen, gerösteten Kastanien, Torten, Obstkuchen und gefüllten, süßen Tortelli serviert.

Der Albaner ist eine weiße Traube mit großem, fünfeckigem Blatt und intensiv gelber Fruchtschale. Er war der erste italienische Weißwein, der 1987 die Denomination D.O.C.G. (kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung) erhalten hat. Der Ursprung des “blonden” Nektars scheint auf die römische Epoche zurück zu gehen.
Es gibt Spuren von Aufzeichnungen aus den Schriften jener Zeit, die von Galla Placidia, der Tochter Teodosinos erzählen. Andere behaupten, der Name käme von den Albaner Bergen. Er sei von den römischen Legionären, die die Romagna besiedelten, importiert worden. Wahrscheinlich kommt der Name von der hellen Weintraubenqualität, von “Albus” (äußerst weiß) ? Albana-, denn sie wird als eine der besten, weißen Trauben anerkannt.
Die Legende will, dass die schöne blonde Galla Placidia 435n. Chr. in einem Dorf zwischen Forlì und Cesena eintraf. Von solcher Schönheit beeindruckt, boten ihr die einheimischen Gastgeber in einem groben Krug aus Terrakotta den süßen und kräftigen Wein der Gegend an; sie war begeistert von dem süßen Nektar, der sich langsam in ihre Venen ergoss und sie glücklich machte, sie rief: so bescheiden sollte man Dich nicht trinken, sondern in Gold sollte man Dich zu sich nehmen (BERTI IN ORO). Seit jener Zeit, so erzählt die Legende, nennt sich das Dörfchen, in dem die Herrscherin ihren Durst gestillt hatte, Bertinoro.
Die für die Herstellung charakteristische Gegend liegt im “Spungone Romagnolo” (Zone, die wegen der faltigen Form ihrer Felsen so genannt wird), d.h. in der Umgebung von Bertinoro bis zu den Hügeln von Imola, da das besondere Mikroklima (Zusammensetzung des Erdreichs, Wind, Lage an der Sonnenseite und Nähe zum Meer) günstigen Einfluss ausübt.
Der Albaner Wein wird in folgenden Denominationen hergestellt:
- "Albano di Romagna" D.O.C.G. Süß
- "Albano di Romagna" D.O.C.G. Trocken
- "Albano di Romagna" D.O.C.G. Lieblich
- "Albano di Romagna" D.O.C.G. Passito (Likörwein)
- "Romagna Albana Spumante" D.O.C.G.
Unter den genannten Typologien ist der “Passito” das Steckenpferd der romagnolischen Weinbaukunde, denn er präsentiert sich als hervorragender und wettbewerbsfähiger Wein, der in den letzten Jahren nicht nur in Italien große Berühmtheit und Ruhm erreicht hat. Man erhält den Wein durch Verarbeitung leicht getrockneter Weintrauben. Er besitzt goldgelbe Farbe mit einer leichten Tendenz zu Bernstein. Sein Bouquet ist intensiv und besitzt den typischen Duft von Akazienhonig, Pfirsich- und Aprikosenmarmelade und Gewürzen und besonders der Hölzer zum Verfeinern.
Üblicherweise wird er zu verschieden Gerichten, von Vorspeisen auf Fischbasis zu Quiche, von Suppen zu Gemüse- und Getreidecremesuppen, von Nudelgratins zu Risotto gereicht. Hervorragend schmeckt er außerdem zu Fischgerichten und den traditionellen Nachspeisen. Am besten probiert man ihn aber zum klassischen “Formaggio di Fossa” (Grubenkäse) mit Kastanienhonig, Feigen- und Quittenkonfektüre, karamellisierten Feigen, oder zu Edelpilzkäsesorten (Gorgonzola, Taleggio di Grotta...)
Erst seit kurzem gibt es eine neue D.O.C. ("Denominazione di Origine Controllata"), die so genannte "COLLI ROMAGNA CENTRALE".
Diese Denomination bezieht sich einzig und allein auf die Produktion im Hügelgebiet der Provinz Forlì und Cesena, wo zu den traditionellen Weinen, dem "Sangiovese" und dem "Trebbiano", noch die neuen Weinreben dazu kommen: der "Chardonnay" und der "Cabernet Sauvignon".
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