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RICCIONE: Konditionen der Adria

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Von der Algenflut ist nur eine wage Erinnerung geblieben. Schlimmer noch, man erinnert sich nicht daran. In Gabicce (einem phantastischen Strand, dem seit 1989 regelmäßig die “Blaue Flagge”- von der Europäischen Gemeinschaft verliehen- verliehen wird) betrachten die Fischer des Hafenkanals mit Stolz ihr Meer, das in Richtung Osten in allen Blautönungen erscheint. Wenn man sich mit ihnen oder ihren Kollegen aus Cesenatico und Fano unterhält, beginnt man einiges zu verstehen.

Aus ihren Erzählungen kann man entnehmen, dass das Adriatische Meer sich nie verändert hat, dass sich im Verhältnis von vor zehn Jahren einiges, von gewissen Gesichtspunkten aus gesehen, verbessert hat. Damals hatte die düstere Gefahr eines Eutrophieteppichs (übermäßiger Pflanzenwuchs, nicht mit dem Phänomen der Algenpest zu verwechseln, wie wir gleich sehen werden) das Meer bedroht.

Vor allem dank der zahlreichen Abwasserfilter entlang der Küste und des Gesetzes, das seit 1986 Phosphorzusätze in Waschmitteln verbietet, ist es gelungen eine Verringerung der Ausschüttung ins Meer von rund zehntausend Tonnen dieser gefährlichen Substanz zu erreichen.
Die Algenpest? “Aber das ist doch keine Verschmutzung. Das sind alte Tatsachen, die unsere Urgroßväter schon kannten”, stimmen die Fischer überein. “Das ist ein natürliches, periodisches Phänomen. Unsere Vorfahren, wenn sich so etwas alle 20 oder 25 Jahre wiederholte, sagten: Dieses Jahr kocht das Meer. Und niemand war weiter beunruhigt&rdquO;.

Die Fischer sind keine Wissenschaftler, aber in diesem Fall haben sie ganz bestimmt Recht. “Es handelt sich um Zucker, der von den verschiedenen Algenarten produziert wird”, erzählt Attilio Rinaldi, Meeresbiologe. “Es ist ein natürliches Phänomen, das den Wissenschaftlern bereits im 18. Jh. aufgefallen ist. Und es scheint, dass besonders trockene Winter Ursache dafür sein könnten: Die Nahrungsmittelzufuhr geht zurück und die Biomasse der Algen wird geringer. Um diesen “Umweltsstress” auszugleichen produzieren die Algen Algenschleim. Das Adriatische Meer ist kein Einzelfall. Analoge Fälle hat es in Sardinien, auf den Inseln Giglio und Montecristo gegeben.”

Wir möchten noch hinzufügen, dass dieses Phänomen im Ausland sehr kuriose Namen erhalten hat. Die Engländer nennen es z.B. marine snow, Meeresschnee. Nebenher sei Folgendes erwähnt: Um ein für alle Mal auf diese Frage zu antworten: Warum ist das Meer an der Küste in der Nähe von Rimini nicht so transparent wie anderen Gegenden des Mittelmeers, oder östlicher und südlicher des Adriatischen Meeres?

Es handelt sich um ein interessantes Problem, das man einfacher lösen kann als man es sich vorstellt. Kurz gesagt: Es geht um den Sand auf dem Meeresboden (Das Wasser ist sehr sauber, man muss nur mit dem Boot zwei- oder dreihundert Meter auf das offene Meer fahren, und dann findet man die Bestätigung). Der Sand der Adriatischen Küste ist etwas Besonderes: er ist ocker-braun, erdig, fein und leicht wie Talk. Es ist allgemein bekannt, dass das Wasser in Strandnähe sehr flach ist. Man kann hunderte von Metern im Wasser laufen, bevor man an die Boje kommt, die das Tiefwasser kennzeichnet. Das Resultat dieser Faktoren: Es genügt die leichte wellenartige Bewegung des Wassers, um den Sand aufzuwirbeln und im Wasser schweben zu lassen?

Aber zurück zur Umweltverschmutzung. “Die Situation ist im Vergleich zu vor ein paar Jahren entscheidend besser geworden”, sagt Attilio Rinaldi. “Das Adriatische Meer wird konstant und rigoros kontrolliert. Prävention ist das Motto”. In den letzten Jahren haben die “Daphne II”, das Laboratoriumsschiff, das die Region Emilia-Romagna zur Kontrolle des Adriatischen Meeres vom Stapel hat laufen lassen und die “Goletta Verde&rdquio; der, die Meeresböden von Rimini, Cesenatico und Riccione ausgelotet.

Nachdem die Experten die Ergebnisse und Aufnahmen der speziellen Kameras zusammengetragen hatten, haben sie der Badesaisonm “Grünlicht” erteilt: das Meer ist sauber. So überflutet auch die deutsche Avantgarde die beliebteste und einträglichste Küste Italiens.
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